Mittwoch, 29. April 2020

ANIMA - Garten in Marrakesch von André Heller

Foto: courtesy of Albina BAUER
In diesen schwierigen, außergewöhnlichen Corona-Zeiten sind viele Menschen
so sehr in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt - in manchen Ländern braucht man sogar einen Passierschein, wenn man außer Haus geht -, dass sie sich wenigstens in der Fantasie Fluchtpunkte, bekannte oder gar fantasievolle Orte zur Bewältigung suchen, um wenigstens so eine gewisse Freiheit in der Fantasie zu finden.



Einen solchen fantasievollen, ja paradiesischen Ort möchte ich heute vorstellen. Er ist in der Nähe von Marrakesch in Marokko.

Foto: courtesy of Suzy Stöckl

Er liegt etwa gut 20 km außerhalb der Stadt im Ourika-Tal und wird von den Höhenzügen des Hohen Atlas mit seinen schneebedeckten Gipfeln eingerahmt. Mit dem kostenlosen Shuttle-Service ANIMA von Marrakesch kann er einfach erreicht werden.
Der ANIMA-Garten kann als Geheimtipp beim Besuch von Marrakesch gelten und kann sich für manch einen Besucher wie ein Ausflug ins Paradies anfühlen.


Im April 2016 eröffnete der Garten mit Werken des  Universalkünstlers André Heller auf dem Gelände einer alten, nicht mehr genutzten Rosenfarm. 


Anima – Le Retour du Paradis – nannte er ihn. Meine persönlich favorisierte Übersetzung von "Anima" kommt jedoch aus dem Italienischen: die Seele.


Man kann dort in eine bunte Fantasiewelt abtauchen und sich dabei vollkommen verlieren.


Schon beim Durchschreiten des großen orientalischen Tores entsteht das Gefühl von etwas Besonderem. Man vergisst sofort allen Stress, alle Hektik und den Lärm der Gr0ßstadt.


Die Wege sind verschlungen, ja zum Teil verwirrend und auch das dient der Verzauberung. 


Man taucht ein in ein Gefühl, wie in einem Märchen aus 1001 Nacht, weit weg von allem, zu sein.


Überall stehen große und kleine Skulpturen, die die Augen und die Seele überraschen. 

Foto: courtesy of Kurt Michael Westermann

Der Duft der außergewöhnlichen Pflanzen vertieft das Gefühl eines Paradieses, hinzu kommt das Plätschern von Wasser oder der Gesang von Vögeln.


Und dann ist sie da, für mich das Symbol dieses Gartens, “meine ANIMA, meine Seele“ dieses Gartens mit ihrem großen, mit Mosaiken besetzten Kopf, aus dessen Mund immer wieder Wasserdampf ausströmt. Anima im Lateinischen heißt auch der Atem, der Hauch, der Geist und die Seele der Verstorbenen.


Skulpturen und Pflanzen und Bäume verbinden sich zu einem großen Ganzen, das Staunen, Verwunderung und manchmal sogar eine gewisse Ungläubigkeit, aber vor allem den Wunsch des Verweilens und des Wiederkommens, zurücklässt.



Am besten man sucht sich dabei die Zeiten aus, in denen der Garten am wenigsten besucht ist und man allein oder zu zweit sich zum Nachdenken bis hin zum Träumen über Freiheit und Grenzenlosigkeit anregen lassen kann.




PS: 
Die Fotos habe ich nicht selbst gemacht; wo es nachvollziehbar war, habe ich auf die Autoren hingewiesen.

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