Freitag, 29. Dezember 2017

Dolceacqua / Ligurien / B&B Normanna





Claude Monet - die Brücke von Dolceacqua

Wie du vielleicht schon weißt, liebe ich es, im Urlaub in den Urlaub zu fahren; so wie in einer russischen Matroschka immer

noch eine neue Puppe steckt; so könnte man das Gefühl vom Endlosen bekommen. Und wäre es nicht wunderschön, immer zu reisen?
Diesmal sollte aber die zweite Reise - aus dem Urlaub in den Urlaub - gemütlich werden, also ohne erneuten Flug und anstrengendes Schlangestehen.
Was lag also näher, von der Côte d'Azur aus, zwar nach Italien zu fahren und doch schon nach ca. 90 min am Ziel in Dolceacqua zu sein.



Dieses Ziel hatte mich schon vom Namen her in den Bann gezogen: Dolceacqua. Welch ein Name! Welche Verheißung! Und das war dieser Ort in früheren Jahrhunderten wohl auch! 
Ein Ort, der seinen Besuchern nicht nur viele Annehmlichkeiten, sondern vor allem Sicherheit in der Nacht versprach.
So war dieser Besuch in Dolceacqua und seiner Umgebung auch wie eine Reise zu längst verflossenen Jahren.

Kommt man in Dolceacqua aus Richtung Süden vom Meer her an (und das sind nur ca.10 km von Ventimiglia), so ist man sofort beeindruckt von der berühmten Bogenbrücke, dem Ponte Vecchio, und seiner genialen Bogenführung, von der nicht nur Claude Monet so beeindruckt war, dass er sie 1884 malte.



Gewohnt habe ich außerhalb des Centro Storico in einer sehr schönen B&B Unterkunft mit reizenden Gastgebern, die alles nur Mögliche möglich machten, um den Aufenthalt zu einem wahren Highlight zu gestalten.


B&B Normanna in Dolceacqua

Eingebettet im Nervia-Tal war der Ausblick von meinem Domizil grandios; nach Süden bis auf das Mittelmeer, wie von einem natürlichen Balkon am Berghang aus. 




Nach Norden schließt sich u.a. das Dorf Pigna an, das ebenfalls früher an einer alten Route für die Überquerung der Mittelmeeralpen lag und dadurch von großer Bedeutung war, wohlhabend vor allem durch den lebhaften Handel mit Olivenöl und Wein. Damals war das Hinterland wirtschaftlich reich und die Küste arm, heute ist das umgekehrt.
Zeugnisse der damaligen kulturellen Blüte sind in Dolceacqua und seiner Umgebung noch heute beeindruckend.


Ausblick von Pigna auf das Castel Vittorio

Besonders gefallen hat mir die Kirche San Bernardo in Pigna, die außerhalb der Dorfmauern lag. Wenn der Wanderer in früheren Jahrhunderten es am Abend bis zur Dunkelheit nicht ins Dorf schaffte, so konnte er bis zum Morgen in der Kirche San Bernardo Zuflucht finden.
Im Inneren der Kirche San Bernardo, die Ende des 13. und Anfang des 14. Jahrhunderts gebaut und im 15. Jahrhundert erweitert wurde, sind Fresken von Giovanni Canavesio zu bewundern, der sie 1482 malte. Der damalige Betrachter konnte die Bilder als Bildergeschichten lesen, so wie wir heute ein Buch, Geschichten aus der Bibel, gemalt mit viel mit Realismus für theatralische und dramatische Situationen.



Pigna war in seiner Blüte im 15. Jahrhundert ein strategisch wichtiger Ort für das Haus von Savoyen, das im Krieg mit Genua lag, und wurde wohl auch deshalb kulturell gefördert.

So befindet sich ein sehr berühmtes Werk von Canavesio in der im Zentrum von Pigna gelegenen Kirche San Michele Arcangelo. Es handelt sich dabei um ein "Polittico", d.h. per Definition um eine sakrale Kunstform, ein Altarbild, das aus einzelnen getrennten Tafeln besteht.


Giovanni Canvesio  -  1500 

Es gibt vieles zu bewundern, aber auch herrliche Wanderungen zu machen. Du hast auch die Möglichkeit, im nahegelegenen Ventimiglia, in noch weitgehend authentischer Atmosphäre, zu shoppen. Berühmt und auf jeden Fall erlebenswert sind seine riesigen Markthallen am Vormittag. 
Ein absolutes Highlight können dann am Nachmittag, ganz in der Nähe, die Giardini Botanici Hanbury sein.

www.giardinihanbury.com

Eingangsbereich der Casa Normanna 
AdresseStrada Morghe snc, 18035 Dolceacqua, Italien


     



  

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