Donnerstag, 26. November 2015

Seiser Alm / Südtirol / Berghaus Zallinger

Berghaus Zallinger in 2054 m Höhe

Meine Vorliebe für Schlösser und Burgen, diese am liebsten weit oben mit atemberaubenden Blick, gibt es bei mir auch in der einfacheren Variante als große Begeisterung für Almen und Almhütten, die in den Alpen auch Malga, Schwaige oder Baita genannt werden. Diese sind mir dann am liebsten ebenfalls weit oben, vor allem einsam, gemütlich und sie sollten mit viel Holz ausgestattet, ursprünglich und sehr alt sein.


www.camping-altoadige.it

Diesmal hatte mich die Seiser Alm angezogen, vielleicht, weil sie an sich schon die höchste zusammenhängende Alm Europas ist. Ich wollte dort "hoch hinaus" und dort die Einsamkeit der Gipfel genießen, doch daraus wurde nichts.

Wanderung zu Berghaus Zallinger


Früher war es wirklich so, dass der Mensch zum Berg kam, jetzt habe ich den Eindruck, der Berg würde zu den Menschen kommen. Es sieht so aus, als würde sich der Berg immer kleiner machen, immer mehr anpassen, Bahnen und Lifte zulassen und dem Massentourismus von Jahr zu Jahr mehr Platz machen. 
Man kennt ja, von Aufnahmen vom Mount Everest, Karawanen von Bergsteigern, einer hinter dem anderen, und wenn einer schlapp macht, muss die ganze Karawane anhalten.
So habe ich es auch Ende August auf der Seiser Alm erlebt. Unterkunft und Ausgangspunkt war das Berghaus Zallinger in 2054 m Höhe, kein einfaches Berghaus oder gar Berghütte. 

Berghaus Zallinger im Sommer und im Winter

In früheren Jahren war auch dieses Haus noch viel kleiner und ist inzwischen zu einem 3-Sterne-Hotel aus - und umgebaut, wie viele andere auch, selbstverständlich mit Spielplatz für Kinder, der offenbar auch noch über 2000m Höhe gesetzlich vorgeschrieben ist. 

Berghaus Zallinger (annähernd Bildmitte)

Das Berghaus Zallinger macht unter anderem mit den Worten Reklame: »der Himmel kann warten: lass´ die Beine laufen, das Auge schleifen, die Seele baumeln. Ein zu Hause für gemütliche Stunden. Das Feiern ist hier oben Tradition.«
Das haben wir kennengelernt, wir haben uns hier sehr wohl gefühlt.
Nur wenn ein Schnarcher das gesamte Holz-Stockwerk (ohne besondere Isolierung) nachts wach hält, weißt du, dass du in der Höhe Abstriche machen musst.

Abendstimmung auf der Seiser Alm - Fränzl Foto BZ

Die nächsten Gipfel sind Langkofel und Plattkofel und morgens "musst du raus". Die immer wiederkehrende morgendliche Frage des Personals lautet dann auch entsprechend: "und, geht's los?".
Es ging aber nicht nur für uns los, sondern auch für Heerscharen von anderen Bergliebhabern, denen wir dann nicht erst auf der Plattkofelhütte begegneten. Dort oben war dann aber ein Gewirr wie auf einem Ameisenhaufen. 

Plattkofelhütte früh am Morgen, noch ohne "Stau"

Vor allem junge Italiener kamen von der anderen Bergseite hinzu und wollten auch zum Gipfel des Plattkofels wandern. Auf den zum Teil engen Wegen waren die Ausweichmanöver gelegentlich schwierig und die Gepflogenheit, sich in diesen Höhen gegenseitig zu grüßen, wurde absolut sinnlos, denn es wäre ein gebetstrommelmäßiges Grüßen geworden.
Also "Vorsicht Stau!" heißt es in der beliebtesten Reisezeit, besonders bei zusätzlichem Kaiserwetter, denn dann kann der sonst problemlose Anstieg auf den Plattkofel zur besonderen Herausforderung mit "Höhenzuschlag" geraten.






Kommentare:

  1. Hallo,

    ein sehr schöner Reisebericht! Auch ich möchte dieses Jahr mit meiner Familie im Berghaus Zallinger einkehren. Ich bin schon sehr gespannt ob wir uns genauso wohl fühlen wie du es beschreibst.

    Liebe Grüße Anne

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  2. Südtirol ist traumhaft schön. Als wir vom Hotel Seiseralm aus in die Berge gewandert und fanden es echt toll. Klasse Bilder!

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